Wie ein Musiker zur Werbefigur von Trump wurde

Eigentlich wäre die Geschichte schnell erzählt. Der gebürtig aus Italien stammende Pascal ist der Sohn einer thailändischen Familie, die vor vielen Jahren aus ihrer Heimat fliehen musste und sich ein neues Leben aufbaute. Pascal ist Musiker und verdient sich als Fotomodell hin und wieder ein bisschen was dazu. Es ist ein Lebensentwurf, den wohl viele Menschen so oder so ähnlich kennen dürften. Für den jungen Musiker war es jedoch der Aufstieg zu einem der berühmtesten Gesichter Koreas – und zum Fürsprecher für Donald Trump.

Der Junge von der Bank

Ohne es zuerst zu wissen, nutzte eine koreanische Onlinebank Pascals Bild und machte ihn kurzerhand zum Werbeträger des kompletten Privatkundenbereichs. Erst Jahre später erfuhr der Musiker, der inzwischen im bayerischen Augsburg lebt, von seiner Berühmtheit in Asien. Ein Freund auf Weltreise schickte ihm per WhatsApp ein Foto, dass ihn als lebensgroße Pappfigur vor einem Geschäft zeigte. Was zuerst wie ein Witz anmutete, wurde schnell zu einer unangenehmen Erfahrung für den Wahlbayern. Den Höhepunkt des Irrsinns erlebte der Musiker schließlich 2019, als ein von ihm auf einer Stockplattform eingestelltes Video in einem Werbefilm für den umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump auftauchte. Unterlegt wurde sein Bild von einer markanten Stimme mit starkem asiatischem Akzent, obwohl Pascal selbst nie die Muttersprache seiner Eltern erlernte.

Vereinnahmung von rechten Gruppierungen

Vor allem Parteien und Gruppierungen weit am rechten Rand versuchen mit dem massenhaften Einsatz von Stockbildern nicht nur Aufsehen zu erregen, sondern auch eine breite Unterstützerbasis zu suggerieren. So war es auch für die Trump-Kampagne einfacher, das Video von Pascal zu nutzen, als wirkliche Unterstützer Trumps mit einem asiatischen Hintergrund zu finden. Und auch in Deutschland nutzen Parteien wie die AfD oder die vom Verfassungsschutz beobachtete Identitäre Bewegung immer wieder Stockbilder. Unter anderem um Bilder von Demos aufzublähen, indem sie zufällige Personen mit in die Bilder retuschieren. In einem anderem Fall wurde ein dreijähriger Junge zum Salafisten gemacht.