Wie eine KI Models bald arbeitslos machen könnte

Die Firma Hipp steht in Deutschland für Qualität und Zuverlässigkeit. Seit Jahrzehnten produziert sie Babynahrung und dominiert damit noch immer einen großen Teil des umkämpften Marktes. Geschafft hat das kleine Familienunternehmen aus dem bayerischen Pfaffenhofen das auch mit einer ganz bewussten Marketingstrategie: Die Firmengründer werben mit ihrem Gesicht und ihrem Namen für das Produkt. Anders als bei der Konkurrenz stehen also nicht die Produkte im Mittelpunkt, sondern die Menschen hinter dem Produkt. So lächeln die Hipps in die Kamera und sagen: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Für viele Eltern ist vor allem dieser direkte Bezug Grund für den Griff zu den oft etwas teureren Gläschen Babynahrung – weil sie mit dem Produkt ein Gesicht und damit einen Menschen verbinden. Mit Emotionen, Sorgen und Nöten – wie sie sie selbst auch empfinden. Bald könnten diese Menschen aber auch in Augen eines künstlichen Gegenübers blicken. Eine KI aus den Vereinigten Staaten zeigt, wo die Reise hingehen könnte.

100.000 künstliche Menschen – per Mausklick

So hat die Firma Icons8 kürzlich eine Datenbank mit über 100.000 lizenzfreien Porträtfotos zur Verfügung gestellt. Der Kniff an diesem Angebot ist, dass keine einzige Person in der Datenbank jemals gelebt hat. Vielmehr bestehen sie aus Millionen von Pixeln, zusammengesetzt von einer künstlichen Intelligenz, die auf Basis von 29.000 Fotos von 69 echten Models gelernt hat, was einen Menschen zum Menschen macht – zumindest optisch. Herausgekommen sind künstliche Personen, die so auch vor einem an der Kasse stehen oder das Päckchen vorbeibringen könnten.

Ist das die Zukunft?

Damit löst Icons8 viele Probleme, schafft jedoch auch neue Fragen. Auf der einen Seite erübrigt sich die Frage nach Lizenzkosten oder den Verletzungen von Identitätsrechten. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass diese gefälschten Menschen genutzt werden, um als Markenbotschafter oder Fürsprecher für Kampagnen und Produkte zu werben. Ob hinter einem Lächeln ein echter Mensch aus Fleisch und Blut steckt, wird damit immer schwieriger zu bestimmen. Und vielleicht wirbt bald schon eine KI mit ihrem guten Namen.